Ein Bravo zur Ausarbeitung der neuen ORZ

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Ein Bravo zur Ausarbeitung der neuen ORZ

      Ja, ich habs mir tatsächlich mal durchgelesen, und fühlte mich zwischendrin wie in einem Fremdsprachenkino - doch das ist selbstredend meiner Unkenntnis der eigenen ( alten!? ) Sprache, und der dazu angehörenden grammatikalischen Regeln zuzuschreiben:-
      Besonders aufgefallen ist mir dieser Satz: " Dies betrifft auch den Genitiv eines als Substantiv umgedeuteten Verbs im Infinitiv"
      Doll!

      Nun, es ist sicherlich ein Meisterwerk insgesamt - jedoch für einen ´Kurs an der Volkshochschule´, vielleicht etwas zu tiefgreifend!?
      Ein mehr ´bürgernahes´ Konzept hielt ich hier für zweckmäßiger, denn in erster Linie geht es beim Scrabble, doch um die Freude am Spielen?!

      Daß ich mich aber in einem zukünftigen ´Scrabble-Kurs´ auf die ´Offizielle Liste´ und das allgemeine Regelwerk berufen möchte, steht außer Frage.

      Um hier soweit ´fehlerfrei´ und auch ´Scrabble Deutschland EV ´ nicht zu diskreditieren, um ein ´Handout´ reichen zu können, das in Länge und Verständlichkeit niemanden erschlägt, würde ich mich über eine Zusammenarbeit, auch mit dem Forum, freuen!

      Möge uns das ´live-Spiel´ bald wieder möglich sein!

      Es grüßt herzlich in die Runde
      Sandra
      " ALLES IST (IN) ÜBUNG "
    • Ja, das ist schon ein Kunstwerk. Aber es führt natürlich kein Weg daran vorbei, es so bis ins kleinste Detail zu regeln, denn wir brauchen nun mal eine definitive Wortliste für Turniere, und dann muss man eben jeden einzelnen Grenzfall regeln.
      Für den vhs-Kurs würde ich mit der ganz grundsätzlichen Regel anfangen: gültig ist alles, was 1. im Duden steht 2. kein Eigenname und keine Abkürzung ist und 3. den Regeln der Grammatik folgt. Die ORZ regeln dann einfach nur die vielen, vielen Einzelfragen, die man klären muss, wenn es darum geht, was genau ein Eigenname ist und wie genau die Grammatik funktioniert.

      Ich würde die Leute vor allem auf ein paar grammatische Formen hinweisen, die nicht jeder auf dem Schirm hat:
      - Die Verlaufsformen (LEGENDEM, des LEGENS)
      - Das umgangssprachliche Weglassen des E, das der Duden nun mal erlaubt (LEG)... aber natürlich nicht LEGN*, denn hier braucht man das E ja für die Aussprache (Ausnamen wie GEHN oder SÄN sind ja von der Aussprache kein Problem)
      - die hochtrabende Anrede mit -et (ihr Kinderlein KOMMET); das geht bei jedem Verb, auch wenn es maximal albern klingt (Ihr Kinderlein FACEBOOKET) - es geht nur um die grammatische Zulässigkeit
      - ebenso (meistens) das Dativ -E: dem HOFE

      Außerdem die Faustregel zu Eigennamen: Tendenziell ist alles erlaubt, was einen Plural hat - denn einen echten Eigennamen wie SANDRA* oder ZUGSPITZE* erkennt man eben daran, dass der Duden keinen Plural für sie vorsieht (auch wenn man sich bei den Vornamen darüber streiten könnte, da man sicherlich darüber reden kann, wie viele Sandras in Deutschland pro Jahr getauft werden!); deshalb dürfen wir die Einwohner von Ländern und Städten legen (wenn sie im Duden stehen), aber nicht die Länder selbst; deshalb sind auch manche Markennamen gültig, weil laut Duden mehrere AUDIS ein sinnvoller Plural sind.

      Zu den Abkürzungen: gültig ist, was wie ein Wort ausgesprochen wird, also DAX wie "dachs" und nicht D. A. X. Auch Großbuchstaben oder Sonderzeichen (etwa Bindestriche) dürfen nicht dabei sein (man spricht BAFÖG* zwar nicht als B. A. F. Ö. G., aber es schreibt sich BAföG).

      Mit dieser überschaubaren Zusammenfassung kann man die meisten Formen schon erklären - für alles andere sollen die Leute ruhig in den ORZ nachschlagen, denn das Tolle dort sind ja die vielen Beispiele, mit denen es eigentlich immer verständlich gemacht wird.

      Ich würde auch von Anfang an verdeutlichen: wenn man es befremdlich findet, dass ein bestimmtes Wort gültig ist oder ein anderes nicht, dann sollte man das *nicht* dem Scrabble-Spiel an sich anlasten oder unserem Verein. Es hängt ausschließlich daran, was im Duden steht und was nicht. Da ist zwar manches überraschend, aber auch der Duden hat sinnvolle Kriterien: Häufigkeit eines Wortes im geschriebenen Deutsch in Büchern, Zeitungen usw. insbesondere. Die Leute, die für uns die Wortliste pflegen, haben den Duden extrem sorgfältig durchgearbeitet, wie man ja auch an den ORZ sieht. Wenn ein Wort nicht in der Wortliste steht, aber im Duden, dann hat das so gut wie sicher eine Begründung in den ORZ.
    • Zunächst ein Dankeschön im Namen des ORZ-Ausschusses für eure konstruktiven Anmerkungen.

      Birdy hat schon recht, dass das Reglement recht umfangreich ist, aber aktuell führt kein Weg an dem Umfang vorbei. Immerhin gelang es, die 17-Seiten-Grenze weiterhin einzuhalten, was für mich persönlich die Schmerzgrenze ist.

      Möglichkeiten für ein einfacheres Reglement sind durchaus vorhanden, würden aber ein radikales Umdenken erfordern. Dafür ist unser Verein aber noch nicht bereit.

      Auf Basis meiner Erfahrungen wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo man / frau sich mit dem Gedanken eines eigenen Scrabbledudens befassen muss. Da sind uns Scrabblevereine in anderes Länder um einiges voraus.

      The post was edited 1 time, last by Gero ().

    • Hallo liebe Sprachkundige :)

      alle warten wir ja - außer auf das Ende der Pandemie :) - auch auf die neue Wortliste, daher vielen Dank dafür. Aber sofort tauchen die ersten Fragen auf: Es gibt ja das schöne neue Wort AUFGAGGEN ("mit Gags versehen"), und alle neuen Formen stehen auch schön in der Liste, zum Beispiel "GAGGT". Jetzt habe ich aber (um die Bedeutung nachzuschauen) kurz im OnlineDuden nachgesehen, und siehe da: da heißt es GAGT (ebenso für alle anderen Formen). Ihr habt bestimmt eure Gründe für GAGGT (etc.), aber wie kann es sein, dass es da jetzt schon Differenzen gibt? Ich fürchte, dass der OnlineDuden schlicht nicht mehr vertrauenswürdig ist, siehe auch den Eintrag QAT*, was sagen die Spezialisten dazu?

      Gruß Michael
    • Hallo Michael,

      ich musste zweimal hingucken, bis ich glaubte, was ich da sah. Da ist der Dudenredaktion schlichtweg ein Fehler unterlaufen.

      Wir vom ORZ-Ausschuss sehen das Medium Online-Duden durchaus kritisch, weil hier Einträge oftmals maschinell erstellt werden und daraus resultierende Fehler nicht immer korrigiert werden. Auf Basis meiner beruflichen Erfahrung komme ich zu dem Fazit, dass zumindest bei Duden online offensichtlich kein (gut) funktionierendes Kontrollsystem (Stichwort "4-Augen-Prinzip") für Eingaben bzw. Veränderungen am Dudenkorpus besteht.

      Möglicherweise liegt dies auch daran, dass immer weniger Redakteure immer mehr Arbeit haben und wirtschaftliche Aspekte qualitatives Arbeiten in den Hintergrund abdrängen. Dafür funktioniert das Werbebombardement auf Duden online umso besser. Wieder ein Grund mehr, sich mit dem von mir bereits angesprochenen Thema "eigener Scrabbleduden" näher zu beschäftigen.

      The post was edited 1 time, last by Gero ().

    • Ich würde auch von Anfang an verdeutlichen: wenn man es befremdlich findet, dass ein bestimmtes Wort gültig ist oder ein anderes nicht, dann sollte man das *nicht* dem Scrabble-Spiel an sich anlasten oder unserem Verein.
      Für den vhs-Kurs würde ich mit der ganz grundsätzlichen Regel anfangen: gültig ist alles, was 1. im Duden steht 2. kein Eigenname und keine Abkürzung ist und 3. den Regeln der Grammatik folgt. Die ORZ regeln dann einfach nur die vielen, vielen Einzelfragen, die man klären muss, wenn es darum geht, was genau ein Eigenname ist und wie genau die Grammatik funktioniert.

      ----------------------

      Das ist die Basis - ganz klar! Ohne ein verbindliches Reglement geht gar nix !?
      Vielen Dank Alex, für diesen knackigen Umriss. Und : ´versierte Gastdozenten sind die halbe Miete´ bei einem solchen Kurs.....! Du darfst dann gerne so herrliche Beispiele wie: " Ihr Kinderlein facebooket" an Frau/lein und Mann/lein bringen . Ich bleibe nämlich bei meiner Meinung, daß Humor..., ein guter Wissenstransport ist!?

      Was mir , neben aller - selbstredend- notwendiger Grammatik/Wortkenntnisse/Deklination weiter wichtig wäre mit zu vermitteln, ist die Taktik: alle Raffinessen die einem begegnen -, selbstredend dann auch im eigenen Spiel benutzt werden könn(t)en, soll mit im Handout aufgezeigt werden.

      Auch das Zeitmanagement von 1 Stunde/30min/Spieler, fände ich richtig als Basis-Kursformat.?




      Gero schreibt:
      " Möglichkeiten für ein einfacheres Reglement sind durchaus vorhanden, würden aber ein radikales Umdenken erfordern. Dafür ist unser Verein aber noch nicht bereit."

      Da habe ich Verständnisschwierigkeiten: was genau müsste radikal umgedacht werden?
      Und warum ´einfacheres Reglement´? Scrabble an sich ist erstmal in der Praxis soooo schwierig ja nun nicht!? Klar: Buchstabenjonglieren ( dolles Wort ) , sollte einem schon liegen und Spaß machen.
      Aber ´meisterlich´ werden doch auch hier nur ´wahre Meister´! Chapeau, euch da oben! !!!

      Der Verein muß ja keine ´Kurse´ itself anbieten.
      Es wäre aber doch super toll, wenn er quasi die Schirmherrschaft auch hierbei haben würde?
      In jeder Stadt ein Scrabble-Kurs. In meinen Ohren klingt das toll, und diese Kurse sollen sich auch deutlich unterscheiden von den Treffs, bei denen ja eher ´Turnierspielen ´ geübt/trainiert wird:- ?
      " ALLES IST (IN) ÜBUNG "

      The post was edited 1 time, last by Birdy ().

    • @dumble:
      Ja, da haben die Duden wohl nur unzureichend den alten Beitrag "aufgagend" überarbeitet und den "Formenkasten" übersehen. Dass nicht mehr dahintersteckt, erkennt man auch am Beispiel. Dort steht "aufgegaggte", im Kasten fehlt ein g ...

      Der Online-Duden war noch nie vertrauenswürdig in dem Sinn, dass man hier prüfen kann, ob ein Wort im Rechtschreibduden steht. Auch inhaltlich lassen wir äußerste Vorsicht walten, wie Gero schon erklärt hat.
      So stehen dort etwa BIK*, VOT* - mangels anderer Infos zu solchen Formen oder einer Antwort der Redaktion zu hiersuf bezogenen Fragen, sind diese Formen (noch ?) nicht einbezogen.
      Bei der Streichung von "Kniggen" hat der Online-Duden einmal gewirkt. Denn die anderen Dudenwerke sagen nichts zum Dativ-Plural von "Knigge" - und daher war der Online-Duden ausnahmsweise mal die stärkste Kraft.
    • Gero wrote:

      Möglichkeiten für ein einfacheres Reglement sind durchaus vorhanden, würden aber ein radikales Umdenken erfordern. Dafür ist unser Verein aber noch nicht bereit.

      Auf Basis meiner Erfahrungen wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo man / frau sich mit dem Gedanken eines eigenen Scrabbledudens befassen muss. Da sind uns Scrabblevereine in anderes Länder um einiges voraus.
      Ich staune, dass die Kritik eines Fachmanns so wenig Resonanz bekommt.

      Die Offiziellen Regeln zur Zulässigkeit von Wörtern beim Scrabble (ORZ) in ihrer jetzigen Form(1) sind an mindestens zwei Miseren der vorgestellten RD28-Wörterliste "schuld":

      1.
      Die ORZ gebieten, dass wir entgegen allem Kulturfortschritt und entgegen jeglicher vertrieblicher Vernunft weiterhin Hunderte von explizit derben und diskriminierenden Wörtern offen vor uns hertragen. Sie sind noch nicht einmal freiwillig vermeidbar, weil ich jedes solche Wort meines Gegners dulden muss und sogar noch 10P "Strafe" wegen falschen Zweifels aufgebrummt kriege.
      Dagegen läuft beim SDeV-Vorstand ein förmlicher Protest von mir.
      2.
      Die ORZ sind auch "schuld" daran, dass die neue RD28-Wörterliste viel weniger Innovation bringt als der RD28. Der RD28 wächst als Ganzes gegenüber dem RD27 um 3%, unsere RD28-Wörterliste vergrößert sich dagegen nur um 0,7%, wodurch die neue Print-Liste um gerade mal 2 Seiten dicker wird (2).
      Das liegt schlicht daran, dass der RD seine neuen Wörter vor allem jenseits unserer 9B-Schallmauer schöpft.
      Auch in der Zukunft wird das nicht besser werden. Die Welt hat neue Sachen und Themen, wofür sie neue Wörter - jenseits der abgegrasten kurzen - konstruiert oder aus anderen Sprachen entlehnt. Jeder neue RD listet sie, aber die (jetzigen) ORZ setzen sie dann vor die Tür.
      Auch wenn Gero unermüdlich die Grammatik und fremde Lexika melkt und z.B. große Mengen aus Steigerungsformen von Partizipien neu bildet, so nützt das den Scrabbler*innen wenig, weil die Neugeborenen meist größer als 9 Buchstaben sind.
      3.
      Ich verstärke Geros Vorschlag und fordere solche ORZ, die so gestaltet sind, dass sie neue Wörter <= 9B fürs Scrabble erbringen. Soweit ich weiß, sind wir sehr frei bei der Gestaltung der ORZ und brauchen niemanden zu fragen.
      Als Schnellvorschlag beantrage ich, alle Vornamen zuzulassen. Sie sind gut markiert, bereits in jedem Hirn enthalten und fürs Scrabblen höchst nützlich, weil sie kurz und verlängerbar sind. Sie werden jedes Brett schmücken. Mit einem Knopfdruck wüchse unsere Wörterliste um 2000 Formen, also um vieles mehr, als die ORZ-Polizei jetzt erlaubt.

      ------
      (1) scrabble-info.de/orz-offiziell…laessigkeit-von-woertern/
      (2) Zuwächse minus Abgänge. Nach Abzug "meiner" explizit derben und diskriminierenden Wörter sind es noch einmal 0,3% weniger.
    • Ja, alles so weit gut, bis auf den Punkt mit den derben Wörtern.

      Auch als derb oder vulgär eingestufte Wörter sind doch Wörter, die es definitiv gibt.
      Und wo ist die Grenze zwischen normal, salopp, umgangssprachlich und derb? Die kann willkürlich sein und von Kontext zu Kontext sogar unterschiedlich ausfallen. Beispiel:

      Ach der, so ein geiler Bock! Das weiß doch jeder...
      oder:
      Mensch, dieser Sportwagen! Ist der geil! Den würde ich sofort nehmen!

      Ich selbst sage umgangssprachlich relativ oft: Das ist mir scheißegal.

      Mir macht es nichts aus, wenn jemand im Scrabble "Arsch" legt oder sein Ö mithilfe der "Möse" loswird. Ich muss höchstens lachen, und gut is!

      Diese Wörter existieren nun mal, und sie zu bewerten und aufgrund von stilistischen Regeln des Sprachniveaus im Scrabble aus dem Wortschatz zu eliminieren, halte ich für falsch.
      Ho'oponopono:
      Es tut mir leid. Bitte verzeihe mir. Ich verzeihe dir. Ich liebe mich. Ich liebe dich. Danke.

      Man muss bereit sein, jede Kränkung zu vergeben
      - Mahabharata

      Vergebung ist Heiligkeit
      Vergebung hält das Universum zusammen
      Vergebung ist die Macht der Mächtigen
      Vergebung ist Opfer
      Vergebung ist Ruhe des Geistes
      Vergebung und Sanftmut sind Eigenschaften derer, die Selbstbeherrschung üben
      Sie stellen die ewige Tugend dar
      - Gandhi

      Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun
      - Jesus
    • Bussinchen wrote:

      Ja, alles so weit gut, bis auf den Punkt mit den derben Wörtern. [...]

      Diese Wörter existieren nun mal, und sie zu bewerten und aufgrund von stilistischen Regeln des Sprachniveaus im Scrabble aus dem Wortschatz zu eliminieren, halte ich für falsch.
      Nachtrag:
      Dasselbe gilt übrigens für die sogenannten diskriminierenden Wörter.
      Beispielsweise "Neger" und "Zigeuner" wurden nunmehr als diskriminierend eingestuft, was teilweise lächerliche Formen angenommen hat, wenn es jetzt wegen der politischen Korrektheit sogar den leckeren (Coburger) Mohrenköpfen (= ein sahnegefülltes, mit Schokolade überzogenes Backwerk) an den Kragen gehen soll. Dennoch existieren diese Wörter und sind meiner Meinung nach auch keineswegs als veraltet einzustufen. Warum sollten diese Wörter aus dem Scrabble-Wortschatz verbannt werden, wenn sie doch existieren???

      vgl. hierzu Apple-App "Scrabble"
      Ho'oponopono:
      Es tut mir leid. Bitte verzeihe mir. Ich verzeihe dir. Ich liebe mich. Ich liebe dich. Danke.

      Man muss bereit sein, jede Kränkung zu vergeben
      - Mahabharata

      Vergebung ist Heiligkeit
      Vergebung hält das Universum zusammen
      Vergebung ist die Macht der Mächtigen
      Vergebung ist Opfer
      Vergebung ist Ruhe des Geistes
      Vergebung und Sanftmut sind Eigenschaften derer, die Selbstbeherrschung üben
      Sie stellen die ewige Tugend dar
      - Gandhi

      Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun
      - Jesus
    • Also dass man nicht mehr von Negerküssen spricht, finde ich entschieden richtig, weil der Begriff Neger nun mal eine extrem eindeutige Geschichte als abwertende Bezeichnung für eine Personengruppe hat. Und natürlich ist er veraltet, und wie!
      Ich bin allerdings deiner Meinung, dass er auf einem Scrabblebrett akzeptabel ist, genauso wie er in einem Wörterbuch akzeptabel ist. Es gab kürzlich eine äußerst kontroverse Debatte über genau dieses Thema im internationalen Scrabble. Der US-amerikanische Verband hat sich letztlich (gegen ein Votum der Mitglieder!) entschieden, in Zukunft mit einer zensierten Wortliste zu spielen.
      Ich fände es schön, wenn man als Kompromiss in die Regeln aufnehmen würde, dass jeder Spieler das Recht hat, bei Wörtern, die der Duden als beleidigend beschreibt, einen Buchstaben umzudrehen, sodass z. B. N*GER daraus wird. So wird ja in der Schriftsprache verfahren, wenn solche Begriffe etwa in Zeitungsartikeln erscheinen (v. a. im englischen Sprachraum, wo etwa CNN niemals F*CK unzensiert drucken würde). Die Wörter als nichtexistent zu deklarieren, leuchtet mir nicht ein. Auch in der internationalen Debatte hat mich hier kein Argument überzeugt.
    • Das ist ja mal ne spannende Diskussion - endlich spricht man auch mal im Forum Tacheles!
      Danke an jeden, der sich frei äußert hier!

      Eine Zensierung der allgemeinen Gebrauchsworte beim Scrabble !?
      Das mal zu Ende gedacht...: wo würde das hinführen!?
      Alles doch eine Frage des persönlichen Geschmacks!? Und wer wäre bei der Zensur der Zensierer ?
      Sind es unterm Strich nicht ´nur´ Worte, Begriffe, - innerhalb eines Spiels...!?

      Hierzu erinnere ich gerne an Allen Ginsberg und sein Gedicht ´Howl´, und den damaligen langwierigen und schwierigen Gerichtsprozess ,um den freien Sprachgebrauch ;
      Soll es denn nach so viel Kampf um Individualität und Freiheit auch in der Sprache....wieder zurück ins Mittelalter ?

      Was die ´Negerküsse´ betrifft: Stigmata..., werden allein durch ´Gebote nicht ausgemerzt.
      ´Re-framing´ ist m. E. , hilfreicher im Auflösen von negativer Zuordnung?
      Ein schönes Beispiel wie ich finde, ist ein Song von der von mir hochgeschätzten Patti Smith :
      " Rock, n, Roll Nigger"
      Das ´re-framen´ ist m. E. , viel hilfreicher im Auflösen von negativer Zuordnung?
      Deshalb auch, liebe ich Scrabble - weil es eben alles...beinhaltet, und nicht nur ´fahle Geschmäcker´.

      Und: je mehr Worte dem Individuum zur Verfügung stehn, umso reicher ist sein Vermögen!?
      " ALLES IST (IN) ÜBUNG "
    • Schade, dass die Diskussion an meinem Vorschlag vorbeigeht. Ich schlug vor, die Wörterregeln zu reformieren, sodass sie mehr Scrabble-freundliche Wörter im 2B bis 9B-Bereich erbringen, wie das auch Gero fordert.
      Wenn die ORZ aber reformiert werden, dann muss natürlich rein, dass endlich die derben und diskriminierenden Wörter rausfallen (sie spielen eh keine große Rolle), damit wir mit unserem Spiel in die Zeit passen.
      Im Gegenzug könnten die ORZ, so habe ich vorgeschlagen, die 1100 Vornamen (+ 900 Genitive) zulassen, z.B. Sandra, Alex, Martina, Sebastian, die schon seit ewigen Zeiten ungenutzt im RD stehen, die jeder kennt und gerne mag, weil er so von seinen Freunden gerufen wird.
      Jetzt aber läuft die Diskussion um Freiheit, Gerechtigkeit, Macht, Spießertum, was weiß ich.

      Vielleicht hilft ein Trick:
      Im E-Duden, d.h. in der Software-Version des RD28, gibt es neben der "einfachen Suche" noch die "erweiterte Suche". Mit ihr lässt sich auch im Erläuterungstext der RD28-Stichwörter suchen. Angewendet auf die Wörter, um dies hier geht, muss man nur:
      [*]Klicken: Suche | Erweiterte Suche oder einfach Taste F3
      [*]Eingeben ins Feld 'Suchbegriff': "Vorname" oder "derb" oder "diskriminierend".
      [*]Auswählen im Feld 'Wo wollen Sie suchen': "Duden-Die deutsche Rechtschreibung 28. Aufl.".
      [*]Anhaken 'Optionen': "Phrasensuche".
      [*]Klicken: Taste "Suchen".
      [/list]
      Dann sollten die rund 1100 Plus- und 400 Minus-Wörter herauspurzeln, die ich per ORZ zu- bzw. weg-zulassen vorgeschlagen hatte.

      The post was edited 1 time, last by ChristophHaenel ().

    • Und was ist mit Hans ???
      Ho'oponopono:
      Es tut mir leid. Bitte verzeihe mir. Ich verzeihe dir. Ich liebe mich. Ich liebe dich. Danke.

      Man muss bereit sein, jede Kränkung zu vergeben
      - Mahabharata

      Vergebung ist Heiligkeit
      Vergebung hält das Universum zusammen
      Vergebung ist die Macht der Mächtigen
      Vergebung ist Opfer
      Vergebung ist Ruhe des Geistes
      Vergebung und Sanftmut sind Eigenschaften derer, die Selbstbeherrschung üben
      Sie stellen die ewige Tugend dar
      - Gandhi

      Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun
      - Jesus
    • dear Christoph, Vornamen zuzulassen - das versteh ich vom Ansatz her nicht.
      Namen...sind für mich in ihrer Funktion... , nicht zwingend auch ein ´Wort´!?
      Es mag ja sehr sympathisch sein, Vornamen beim Scrabble nutzen zu können, doch fehlt mir da der Sinn.., zumal sie in ihrer verlängerbaren Nutzung, eine Einbahnstrasse wären;

      Zum ´Negerkuss´ hatte ich die Tage jetzt, ein wie ich finde , ein schönes Bild: ´Der Kuss des Negers´: die Zähne bei dunkelhäutigen Menschen wirken besonders weiß, was den Eindruck von ´Reinlichkeit´ erweckt - also positiv anmutet. Ok...ein bisschen sehr ´gewollt affirmativ´!? Manchmal aber braucht es eben diese Mühe um aus ´negativ´ ein ´positiv´ zu machen - oder zumindest zu neutralisieren!?

      Gestern hatte ich eine Partie, in der ich das Wort ´Fotze´ falsch geschrieben hätte - nämlich mit V : ein Fauxpas noch aus der Schulzeit, weil seither habe ich dies Wort tatsächlich nimmer geschrieben/gesehn;
      Dennoch existiert es in unsrem Sprachgebrauch, ist vorhanden in unsren Köpfen, doch ich bin es, die unter/entscheide, ´wie und wo´ ihre Nutzung Anwendung findet : entdeck ich einen ´derben Ausdruck´ auf einem Titelblatt einer Zeitung, bspw., dann stört mich u.U. ein solcher Ausdruck schon , denn er bezieht sich so auf etwas oder jemanden.
      Beim Scrabble ist das Benutzen solcher Worte , lediglich ´die Anerkennung´ daß es diese so gibt - wo kämen wir... hin, würden wir beginnen, Realitäten zu leugnen??!!

      Ich erfreue mich beim Scrabble an der ´Welt der Worte´.
      " Ein Schelm, der Böses dabei denkt"
      " ALLES IST (IN) ÜBUNG "
    • Genau so wie Birdy sagt, hatte ich das Wort "Negerkuss" bisher auch immer aufgefasst. Nicht im geringsten negativ oder gar diskriminierend. Was uns hier vom Neusprech-Wahnsinn suggeriert wird, ist einfach nur noch absurd.
      Abgesehen davon zeigt doch diese Meta-Diskussion beispielsweise zu dem Wort "Negerkuss", dass dieses Wort sehr wohl existiert und immer noch lebt und keines wegs veraltet ist, auch wenn es gewisse Instanzen uns so vorschreiben wollen und wenn es in dieser Diskussion hier auch "nur" um die zeitgemäße oder unzeitgemäße Verwendbarkeit dieses Wortes geht. Analoges gilt für den "Zigeuner" und das "Zigeunerschnitzel".

      Ansonsten bin ich derselben Meinung wie Birdy, was die Namen betrifft.

      Trotzdem meine dringende Frage:
      • Wer weiß, was mit Hans ist?!
      Ho'oponopono:
      Es tut mir leid. Bitte verzeihe mir. Ich verzeihe dir. Ich liebe mich. Ich liebe dich. Danke.

      Man muss bereit sein, jede Kränkung zu vergeben
      - Mahabharata

      Vergebung ist Heiligkeit
      Vergebung hält das Universum zusammen
      Vergebung ist die Macht der Mächtigen
      Vergebung ist Opfer
      Vergebung ist Ruhe des Geistes
      Vergebung und Sanftmut sind Eigenschaften derer, die Selbstbeherrschung üben
      Sie stellen die ewige Tugend dar
      - Gandhi

      Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun
      - Jesus