Eine Lücke: BEAGLEN

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    • Eine Lücke: BEAGLEN

      Der Duden erkennt als Pluralform von Beagle neben Beagles auch Beagle an. So wie ich das sehe, folgt Letzteres der deutschen Deklination von Substantiven auf -el, sodass die entsprechende Dativ-Plural-Form Beaglen lauten müsste, doch der Turnier-Checker akzeptiert BEAGLEN nicht, canoonet und Duden online haben im Dativ Plural Beagle. Das scheint mir ein Fehler zu sein, das Wort wurde anscheinend in ein Schema reingepresst, in das es nicht passt, so wie bei canoonet Sphinkter (ist dort der Flexionsklasse „s/fremder PL“ zugeordnet – wir haben hier den Sonderfall, dass das Wort auf -er endet, aber dennoch ein Plural mit -e gebildet wird –, was aber dazu führt, dass im Dativ Plural dieselbe Wortform angezeigt wird wie im Nominativ Plural, richtig wäre indessen den Sphinkteren statt den Sphinktere).

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    • In der Tat ein interessanter Fall. Die entsprechende Regel im ORZ II. 3.4 drückt sich sehr vage aus. Es sind dort einige Beispiel genannt (Öre, Ewe, Farfalle), bei denen das Dativ-n nicht vergeben wird.

      Aus dem RD (und auch UD) geben keinen Hinweis darauf, wenn (männliche/sächliche) Substantive mit Plural auf -e im Dativ-Plural kein n "nehmen".
      Aus meiner Sicht ist das ein Versäumnis, denn die Angabe von Gen.Sg, und Nom.Pl. dienen ja der Identifikation des Beugungsschemas; wenn das aber nicht ausreicht, sollte dort mehr stehen.

      Mein Sprachgefühl sagt auch, dass ich - wenn ich denn ein Hundemensch wäre - eher mit 3 Beaglen in den Park gegen würde als mit 3 Beagle.

      Möglicherweise hat die Endung "-le" hier automatische Auswertungen (für duden.de und/oder Turnierlistenerstellung) verwirrt, da sie typisch für "dialktale Verkleinerungsformen" ist, die gemäß unserer Regel bewusst kein Dativ-Plural-N bekommen.

      Gibt es noch mehr Wörter, die in dieselbe Kategorie fallen (-le, mit Aussprche "-el", Nominativ-Plural unverändert).
      Ich dachte an "Scrabble", aber dort nennt duden.de (vermutlich auch RD) nur den Plural -s. Gleiches gilt für "Puzzle". Mein Sprachgefühl hätte hier einen Plural ohne -s für möglich gehalten.
    • Das Verb googeln hat die Formen googele, google und googel, die sich mit der el-Schreibweise auseinanderhalten lassen, Beagle wird dagegen in allen Deklinationsformen mit silbischem [l] gesprochen, daher ist die Schreibweise Beaglen meines Erachtens vollkommen in Ordnung. Man spricht Beagle halt anglizistisch aus und hängt ein [n] dran. Übrigens akzeptiert der Duden auch recyclen und empfiehlt sogar samplen gegenüber sampeln.
    • Sabine Krome und Bernhard Roll: „Das schon bei älteren Anglizismen auftretende Integrationsschema, dass wie bei to puzzle puzzeln, to dribbledribbeln ausnahmslos direkt integriert wurde, tritt bei neueren Entlehnungen wie recyclen/recyceln, googlen/googeln, samplen/sampeln zwar ebenfalls auf, allerdings verläuft die Integration entsprechend der allgemein rückläufigen Assimilationsentwicklung zögerlicher.“

      Man könnte also mit dem Integrationsgrad argumentieren, hinzu kommt aber noch etwas: Bei recyceln steht ein c direkt vor einem e, im Englischen würde man es in diesem Fall wie ß statt k aussprechen, so bietet sich recyclen quasi als Notbehelf an. Und sampeln kann man integriert als [ˈzampl̩n] aussprechen, zur Verdeutlichung der englischen Aussprache ([ˈsɛmpl̩n]) bietet sich samplen an.
    • Ich hab jetzt in meinem Scrabble-Duden aus dem Jahr 2008 nachgesehen (die neuere Auflage von 2014 habe ich leider nicht). Er ist natürlich in keiner Weise verbindlich, zeigt aber die (damalige) Duden-Meinung:

      BEAGLEN ist angeführt, BEAGELN nicht.

      Umgekehrt ist GOOGELN angeführt, aber GOOGLEN nicht.

      Ob man das mit dem Integrationsgrad begründen kann?
    • Ich denke, dass es weniger am Integrationsgrad liegt als an der Wortart. Denn der Integrationsgrad scheint ja recht hoch zu sein, da es das einzige solche Substantiv mit Plural ohne Zwangs-s ist.

      Bei Verben (und ggf. längerer Endung) ist ein Springen zwischen -el und -le auch bei deutschen Verben möglich: ich sammle, wir sammeln ...
      Bei Substantiven erscheint es unüblich, dass die Reihenfolge der Buchstaben durcheinanderkommt.

      Im Übrigen stimme ich dem Schreiben des sprachlog-Eintrags zu: Ich habe Puzzle schon immer mit "u" ausgesprochen (ist auch Duden-Hauptform, die engliche Aussprache wird mit "auch" erwähnt). Und bei dieser Aussprache erscheint mit das Plural-s sehr seltsam.