Neuling - Linguen - Unnigel - Inlunge

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    • Neuling - Linguen - Unnigel - Inlunge

      Hallo!

      Gerade habe ich mich frisch in diesem Forum angemeldet.

      Ich bin Dave, gerade frisch 50 geworden und bin auf euch durch ein anderes Spiel gestoßen, was so überhaupt gar nichts mit Scrabble zu tun hat - durch Go.
      Jeden Montag und Donnerstag treffen sich Go-Spieler in Darmstadt, um zu spielen und sich ein wenig zu unterhalten. Gestern war das große Thema "Turniere". Und ich erfuhr, dass es neben ganz ganz vielen Turnieren unter anderem auch Scrabble-Turniere gibt. Da musste ich dann heute doch mal die Suchmaschine nach "Scrabble Turniere" fahnden lassen.

      Nun habe ich natürlich in meinem Leben schon einige Scrabble-Partien gespielt. Das letzte Mal vor acht Monaten, an Silvester 2016. Damals hat mir die Hyazinthe den Sieg gebracht, kann ich mich noch genau dran erinnern.

      Kurz noch ein bisschen was zu mir, bevor ich zu meinen Fragen komme.
      Ich wohne in Frankfurt am Main und arbeite in der Universitätsbibliothek (Campus Bockenheim). Meine Leseleidenschaft geht schon gaaanz weit zurück. Meine Mum wurde immer wahnsinnig, wenn ich in meinem Zimmer gehockt und gelesen habe. Sie hatte nichts dagegen, dass ich lese, im Gegenteil. Aber ab und zu könnte ich ja vielleicht mal auch draußen spielen.
      (So ändern sich die Zeiten: heute sind Eltern froh, wenn ihr Filius mal ein Buch in die Hand nimmt. *lach*)

      Ich habe früher auch Kurzgeschichten geschrieben, war als Korrekturleser für andere Leute da und Ende Oktober halte ich zum letzten Mal meinen Schreibworkshop in Berlin.

      Nach meiner bescheidenen Einschätzung ist mein passiver Wortschatz hoch, was mir beim Scrabble vielleicht zugute kommt.

      Und damit bin ich auch schon bei meinen Fragen angelangt.

      Wie trainiert man dieses Spiel? Wie wird man besser?
      Hat Scrabble nicht auch ziemlich viel mit Glück zu tun? Kann man sich überhaupt auf ein gutes Spiel vorbereiten?

      Und zu den Turnieren: Kann ich als einfacher Otto-Normalspieler schon an einem Turnier teilnehmen?

      Ich werde auf jeden Fall am Freitag in einer Woche mal hier in Frankfurt beim Scrabble-Spielabend dabei sein und mich näher in die Geheimnisse einweihen lassen.

      Bis dann
      Dave
    • Hallo Dave,

      herzlich willkommen hier.

      Zu deinen Fragen:

      - Wie trainiert man?
      Zunächst einmal durch Spielen, Spielen, Spielen ... "in echt", online, gegen den Computer, wie auch immer; und möglichst nicht immer nur die gleichen menschlichen Gegner; denn sonst "badet" man ggf. im gemeinsamen Wortschatz; bei verschiedenen Gegner lernt man da automatisch mher hinzu.

      Wer es mag, kann darüber hinaus z. B. Listen mit besonders häufigen 7-buchstabigen etc. trainieren (etwa mittels Software, die diese anagrammiert "vorlegt").
      Man kann sich alte Spiele anschauen und dort auf Strategie achten (z. B. dass es sinnvoll ist, besonderen Wert auf die Buchstaben zu legen, die jeweils übrig sind); Computeranalysen liegen dann ja in vielen Fällen vor.
      Sich bei einem Scrabbletreff zwanglos zu treffen, hilft ganz sicher sehr; und dort wirst du sicher einges über Strategien/Denkweisen lernen.

      - Hat Scrabble mit Glück zu tun?
      Ja, ganz sicher. In einzelnen Spielen ist immer sehr viel möglich. Auch bei einem deutlichen Spielstärkeunterschied hat der Schwächere eine Chance.
      Bei einem Turnier wird man aber nicht nur mit Glück oben stehen. Über die Dauer vieler Runden gleicht sich das Glück in weiten Teilen aus, natürlich nicht komplett.

      - Kann Otto Normalspieler an einem Turnier teilnehmen?
      Ja.
      Man sollte wissen, wie der Ablauf bei einem Turnierspiel ist (wenn man mal bei einem Treff war, hat man das sicher drauf; auch ein Blick in unsere Turnierspielordnung schadet nicht, ohne dass man sich da abschrecken lassen sollte, weil ja auch Sonderfälle irgendwie geregelt sein müssen;
      man sollte mit dem richtigen Wörterbuch vertraut sein, also nach den Turnier-Gültigkeitsregeln trainiert haben (mit Internet heutzutage kein Problem);
      die zweibuchstabigen Wörter sind so etwas wie das kleine Einmaleins, die sollte man wohl kennen - mit ein wenig Übung ist das aber fix der Fall;
      man sollte sich bewusst sein, dass "Anzweifeln" auch ein wichtiger Teil des Spiels ist, also Einschätzung, ob man sich traut, ein Wort zu legen - und natürlich dem Gegner nicht alles "durchgehen" lassen.

      Insbesondere der letzte Punkt ist natürlich zu einem großen Teil Übungssache, da ist es ganz normal, wenn man bei den ersten Turnieren noch recht unsicher ist.


      Wie gesagt: Der Besuch eines Treffs ist ein sehr guter Schritt; wenn du dich dort nicht ganz unwohl fühlst, ist der Schritt zu einem Turnier nicht weit.
    • Vielen Dank, Vektor, für deine Antworten.

      Logisch, dass man viel spielen sollte, um besser zu werden. Das ist ja beim Go auch nicht anders.

      Gibt es eigentlich so etwas wie einen Punkterichtwert? Also, dass man sagen kann "Dieunddie Punktzahl ist eigentlich erforderlich, um als Anfänger / Fortgeschrittener schon gut dabei zu sein".
    • Dazu würde ich vor allem eins sagen:
      Wenn du ein Wort wie Hyazinthe findest, bist du auch ohne Training gut gerüstet! :-O

      Bei Turnieren liegt der Punktedurchschnitt meistens bei 380-400. Das nur als Antwort auf deine Frage - willkommen sind Spieler jeder Spielstärke.
      Ein guter Teil dieser Punkte kommt durch das Wissen um "Scrabblevokabular" zustande, wie die von Stefan schon erwähnten Zweibuchstabigen, aber auch Wörter mit Q, Y, V usw, die einfach nicht zum normalen Wortschatz gehören (auch nicht bei einem ungewöhnlich Belesenen). Falls du da noch gar keine kennst, sollte dich ein eventueller großer Abstand zu 380-400 erst recht auf keinen Fall abschrecken!
      Zum Thema Strategie schreib ich dir mal bei Gelegenheit noch in dein privates Postfach hier im Forum, um hier nicht den Rahmen zu sprengen. :D
    • Ich konnte nichts dafür, Anno. Das A lag schon da und nach dem leeren Feld lag da das Wort "in". Die restlichen Buchstaben hatte ich, musste erst ein wenig knobeln und dann ist mir diese Blume eingefallen. Ich wollte unbedingt, dass mein Y verschwindet.

      Ui, aber 380 ist schon eine Menge Holz. Ich muss mal gucken, wie gut ich im Durchschnitt so bin und werde mir dann dafür auch gleich "Scrabble 3D" auf meinen PC laden.

      Ja, Anno, das wäre super, wenn du mir zum Thema Strategie noch etwas sagen könntest. Ich meine, ich weiß ja gar nicht, wie man da rangehen soll.
      Im Forum habe ich schon mal ein wenig gestöbert und denke, dass ich zuerst einmal damit anfangen werde, eine kleine Buchstabenreserve auf meiner Bank liegenzulassen und das erste Wort nur mit drei bzw. vier Buchstaben zu legen. Aber ob das eine richtige Taktik ist, weiß ich natürlich nicht.

      Auf jeden Fall freue ich mich schon, hier mitzumischen. Und im November möchte ich meine erste Turniererfahrung in Kriftel sammeln. Das ist ja von Frankfurt nicht weit entfernt.
    • Herzlich Willkommen auch von mir, Dave,

      den Wert, den Anno nennt mit einem Schnitt von 380-400 Punkten sollte Dich nicht abschrecken, denn das sind Durchschnittspunktzahlen aller Spieler eines Turniers, also inkl. einiger Topspieler, die auch mal einen Schnitt von 450+ hinbekommen. Mit einem 380-400er Schnitt gehört man durchaus schon zu den etablierteren Spielern im Mittelfeld eines Turniers, je nach Spielweise wurden sogar schon Turniere mit diesem Schnitt gewonnen (Annelise Grabbe, die eine besonders starke Defensivspielerin ist, gewann 2014 mit einem Schnitt von 389 Punkten in Syke).

      M.E. wäre die sichere regelmäßige Erreichung der 300er Marke ein ganz guter Orientungspunkt, je nach Frustrationsschwelle vielleicht auch ein bisschen drüber oder drunter, wobei es auch auf das Turnier ankommt. Kriftel ist sicherlich eher für jemanden mit einem niedrigen 300er Schnitt geeignet als zB die (für alle offene) DM. M. E. machst Du es genau richtig, lass Dir von den Frankfurtern mal ein paar "Tricks" beibringen. Und das schöne ist, dass sich bei vielen Neulingen die Verbesserung von 290er zu 350er Schnitten doch erstaunlich schnell vollzieht.
    • Ben, danke für die Willkommensworte.

      Und schon hat sich eine neue Frage aufgetan. Wie kann man denn bitte beim Scrabble offensiv bzw. defensiv spielen?

      Gibt es eigentlich eine Datei, die wie der Duden (alphabetisch) aufgebaut ist, aber als zusätzliches Kriterium die Buchstabenanzahl besitzt (z. B. zweibuchstabige erlaubte Wörter von A bis Z, dreibuchstabige erlaubte Wörter von A bis Z, vierbuchstabige erlaubte Wörter von A bis Z, fünfbuchstabige erlaubte Wörter von A bis Z usw.)?
      Ich habe noch nicht mal einen Duden zu Hause. Vielleicht sollte ich mir die aktuelle Ausgabe mal zulegen.

      Schade finde ich es, dass Spielabende oft nur einmal im Monat stattfinden. Aber da kann man ja vielleicht mal mit einigen Spielern sprechen, ob man sich nicht privat noch zwischendurch trifft.

      Ja, Ben, das ist beim Go genauso. Da startet man mit 30 kyu und arbeitet sich bis zum 1 kyu nach oben, bevor es dann an die Dan-Grade geht.
      Und von 30 kyu bis 20 kyu geht es ungeheuer schnell. Ich habe drei Monate gebraucht, bis ich die 20 kyu erreicht hatte.
      Schön, dass es beim Scrabble ähnlich läuft.
    • Offensiv vs. defensiv: Mit jedem Zug schafft man ja neue Möglichkeiten, Wörter anzulegen - oder man zerstört solche. Wer offensiv spielt, der schafft sich selbst ebenso wie dem Gegner viel Platz und Anlegestellen für Wörter, wer defensiv spielt, der blockiert Stellen, an denen noch Bingos (also Wörter mit 7 oder mehr Buchstaben) hinpassen würde.
      Als Beispiele zwei Situationen aus Spielen von mir im letzten Turnier:



      Siehst du den Unterschied, dass das erste Brett noch sehr viel Platz und gute Anlegestellen für Wörter bietet, auch für lange? (Z. B. das gerade gelegte DIMMENDE mit N, R, S oder M verlängern; an SÄNN rechts mit einem E anschließen - NE -, ein Wort mit S an KAURI(S) anschließen, RANK zu TRANK verlängern, quer durch KAURI oder DIMMENDE hindurch Wörter legen...)
      Während das untere Brett fast nichts mehr ermöglicht, weil die rechte Seite praktisch voll ist und man links fast nirgendwo mehr anschließen kann. CITY zu CITYS zu verlängern wäre da die einzige Möglichkeit für einen Bingo. Das habe ich (weil ich klar vorne lag) dann blockiert - habe also einen defensiven Zug gespielt -, und mein Gegenüber war gezwungen, links unten DES für sehr wenige Punkte zu spielen, um mit (A)DES oder (O)DES eventuell noch ein langes Wort in der ersten Spalte bilden zu können - ein offensiver Zug.
      Es gibt Spieler, die generell eher offensiv spielen, und solche, die generell eher defensive Züge spiele, wie laut Ben also z. B. Annelise Grabbe.
      Wie privat geschrieben, könnte ich dich mit Listen nützlicher Wörter gerne versorgen. :)

      PS: Die von mir genannten Punktzahlen sollten auf keinen Fall abschrecken. :) Und Bens Antwort dazu stimme ich absolut zu.

      The post was edited 1 time, last by Anno ().

    • Danke für die Ausführungen, Anno.

      Im unteren Beispiel ist mir sofort das K von "Faktoren" ins Auge gestochen und ich habe mir überlegt, dass ich dort, wenn ich noch ein T und ein A zur Verfügung hätte, das Wort "AKT" legen würde (waagerecht käme dann darunter das Wort "HABT" heraus).

      Wie oft kommt es eigentlich vor, dass gelegte Wörter angezweifelt werden? Ich könnte mir vorstellen, dass das gerade bei neuen Spielern öfter passiert. Ich würde ja lieber die Klappe halten, anstatt ein Wort anzuzweifeln. Denn erstens haben die Spieler mehr Erfahrung als ich und zweitens schweben als Damoklesschwert die Strafpunkte über mir, mit denen ich "belohnt" werde, falls das Wort doch richtig ist.

      Ist es eigentlich wie beim Go auch so, dass man die Partie nachher noch mal Revue passieren lässt und sich Variationen überlegt, die einen eventuell besser hätten aussehen lassen?
    • AKT / HABT ist schön gesehen, aber um einen hohen Rückstand aufzuholen, reichen die 14 Punkte dafür ja nicht, da braucht man normalerweise einen Bingo mit seinen 50 Zusatzpunkten.
      Um Spiele hinterher durchzugehen, muss man ja bei jedem Zug auch noch die eigene Bank aufschreiben. Wegen dieses Aufwands verzichten die meisten Turnierspieler darauf. Ich bin allerdings eine Ausnahme, mir ist das nachträgliche Durchgehen sehr wichtig.
    • In Turnieren sitzt einem ja auch immer noch die Zeit im Nacken.
      Ich kann mich erinnern, dass ich auf meinen ersten beiden Go-Turnieren noch das Spiel mitgeschrieben habe. Ab dem dritten Turnier mache ich das dann nicht mehr, um mich mehr auf die Partie zu konzentrieren. Aber auch ich finde ein nachträgliches Review schon wichtig.

      Gibt es denn da Vordrucke oder muss man sich die selbst erstellen?

      Weia, ich habe in diesem Jahr noch kein einziges Scrabble-Spiel gespielt und fange schon an, von Turnieren zu schwafeln.
    • Nein, Ben, der Frankfurter Treff findet immer am dritten Sonntag im Monat statt.
      Aber am Sonntag darauf gehen dann in Heidelberg die Buchstaben ab. Da werde ich in anderthalb Wochen dann auch anzutreffen sein.

      Vielleicht schaffe ich es ja auch, dass ich mich am kommenden Dienstag abend oder am Mittwoch mal mit einem Spieler hier aus der Gegend zusammensetzen kann. Am Mittwoch habe ich Urlaub, da wäre das dann eine gute Gelegenheit.
    • @David

      wenn Du englisch sprichst, ist das zu empfehlen:
      scrabbleplayershandbook.com/
      Die strategischen Regeln sind im Englischen fast die gleichen.

      anbei mein Scoresheet, den ich nach meinen Bedürfnissen optimiert habe.
      Mehr gibts aus Scrabble-Info.


      @Anno:gerne mehr zur Strategie, auch deine übrigen Spieleprotokolle kannst Du gerne einstellen
      Files
    • @SONNENJAHR, die bekommst du per Privatnachricht :)
      Dein Scoresheet finde ich klasse. Mir war nicht klar, dass man eigene Vordrucke mitbringen darf - ich ging davon aus, alles selbst Mitgebrachte außer leeren Blättern wäre nicht erlaubt. Mich hat an den offiziellen Blättern ein bisschen gestört, dass ich nicht so leicht auf einen Blick sehen konnte, wie viele Vokale vs. Konsonanten vs. Hochkaräter noch übrig sind (nicht dass das Abstreichen bei mir besonders gut funktioniert hätte...^^)... da werde ich mir sicher auch so ein eigenes basteln.
    • djik wrote:

      Der Frankfurter Scrabble Treff findet nach wie vor alle 3 Wochen freitags im Cafe Metropol am Dom statt. Nächster Termin ist der 15.9.
      Ich werde auf jeden Fall da sein und hoffe dann auch David dort begrüßen zu können.
      Du hast natürlich vollkommen Recht. Ich habe gerade noch einmal nachgeguckt. Das "im Monat" ist meiner Phantasie entsprungen. Tschuldigung!

      Das ist dann aber leider ziemlich ungünstig, denn ich bin zwar am Freitag in einer Woche dabei, aber dann kann ich erst wieder in neun Wochen bei euch sein. Vielleicht findet sich zwischendurch mal ein anderer Termin, an dem wir uns treffen können. Das wäre toll.
    • Hallo!

      Gestern habe ich meine allererste Scrabble-Partie gegen den Computer gespielt.
      Kennt ihr das, wenn ihr von einer Explosion in Stücke zerrissen werdet? Und das potenziert ihr jetzt fünfmal, dann wisst ihr in etwa, wie ich gestern ausgesehen habe. :)

      Erste Erkenntnis: mein Wortschatz entspricht dem eines Kindergartenbesuchers. Bis auf eines kannte ich kein einziges von dem, was der Computer gelegt hat. Und dann hat er mir auch noch zwei Bingos hingeknallt.
      Wenn man noch bei 80 Punkten herumkrebst und der Mitspieler hat bereits über 420 Punkte, dann darf man wohl ohne schlechtes Gewissen aufgeben.

      Allerdings: wer weiß, ob das gegen einen Menschen auch so gelaufen wäre? Computer kennen keine Gefühlsschwankungen und wissen alle Wörter, die man ihnen einprogrammiert hat, ohne nachdenken zu müssen.

      Ich weiß schon, warum ich lieber gegen Menschen als gegen Bots spiele.

      Okay, next point: Wörter lernen!