3.7 Kennzeichnung eines Blankos

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    • Dies ist in der Tat eine gute Frage; und ich habe sie für den TSO-Ausschuss auch schon notiert ...

      Es handelt sich um eine Situation, in der beide geschlafen haben. Denn einen Blanko zu legen ohne seine Bedeutung auf der ScoreCard zu notieren ist im Grunde ähnlich sinnvoll, wie ein Wort aufs Brett zu legen, das kein anderes Wort berührt. Auch hier ist ja nicht explizit geregelt, wie damit im weiteren Verlauf umgegangen wird, wenn's der Gegenspieler nicht sofort bemängelt ;)

      Es gilt eine Regelung zu finden, aus der weder der Nicht-Aufschreiber noch der Nicht-darauf-Hinweiser profitieren soll. Keine einfache Aufgabe.
    • Auch in dieser beschriebenen Situation bedarf es einer Richtigstellung. Zunächst beschreibt Ulla eine Spielsituation, an der sie nicht unmittelbar beteiligt war. Sie wurde Ihr berichtet. Gut jedoch, dass Sie sie hier zur Diskussion stellt.

      Ich war beteiligt, genauer der "Übeltäter".

      Im Endspiel legte ich bewußt (ich kannte die Restbuchstaben meines Spielpartners: RS) nicht RUFE sondern RÜFE, da nur an dieser Stelle mit R-U-S bei Nutzung von RUFE (zu RUFE-R) das Spiel sofort von ihm beendet werden konnte und ich einen Buchstaben zurückbehielt. Im anderen Falle konnte nur R oder S abgelegt werden und ich mit meinem Restbuchstaben das Spiel beenden. Ich sagte zunächst ausdrücklich "Ü wie Umlaut", gab die Punktzahl an, schrieb sie und das Wort RÜFE auf mein Protokoll (trug - alte Gewohnheit - diesen Umlaut Ü auch dort in das vorgedruckte Feld für Blanko ein - aber (noch) nicht auf die Ergebniskarte), drückte auf die Uhr, worauf mein Spielpartner sehr schnell RUS legte, die Punktzahl nannte und die Uhr stoppte: Vermeintliches Spielende. Ich zweifelte an und nannte das Wort "RÜFER" (Frage: Hat er erneut "RUFER" verstanden? Wenn NEIN, warum dann kein Protest jetzt? Wenn JA, muß ich an meiner Aussprache arbeiten.) Stattdessen gingen wir zum Checker, ich tippte RÜFER ein und zeigte das eingetippte Wort meinem Spielpartner. Nun konnte man es lesen, immer noch kein Protest ... ; erst als der Checker als Resultat "UNGÜLTIG" anzeigte, sagte er: "Ich dachte RUFE und habe es zu RUFER verlängert. Da Du es nicht auf die Ereigniskarte geschrieben hast, ist mein Zug gültig." Das habe ich nicht akzeptiert, bin mit ihm zum Spieltisch zurückgegangen und habe ihm das eigene Protokoll zur Bestätigung meiner Ankündigung "Ü" gezeigt. Weder hat er den Schiedsrichter gerufen, noch sah ich Veranlassung dazu.

      Zur "Verbesserung" solcher Spielsituationen schlage ich folgende Änderungen vor:

      1. Unsere Ereigniskarten sollten ausdrücklich Felder für das Eintragen der Blankos enthalten (bisher werden sie, wenn überhaupt, irgendwo dort aufgeschrieben).

      2. Unsere TSO hat eine Änderung erfahren (§ 3.7), die neben der bereits vorher geforderten "klaren Ansage" den Vorgang "Eintrag auf die Ereigniskarte bevor die Uhr gedrückt wird" klar beschreibt, aber nichts dazu, wenn es nicht erfolgt ist bzw. der Gegenspieler es nicht verstanden hat. Hier wäre eine Ergänzung sinnvoll. Wie in allen anderen Vorgängen auch, in denen eine Uhr gedrückt wird, bevor zum Beispiel die Punktzahl des eigenen Zuges aufgeschrieben ist (siehe z.B. § 3.1), sollte der Gegenspieler darauf bestehen, das vor dem Starten seiner Uhr (und damit auf seine Kosten) etwas "Notwendiges" noch nicht geschehen ist. Er müßte sofort die Uhr des anderen wiederstarten und ihn auffordern, den Buchstaben des Blanko auf die Ereigniskarte zu schreiben, derweil seine Zeit läuft. Erst dann wird die Uhr für den Gegenspieler gestartet.

      Gerade der Fairness wegen sind m.E. beide Spieler aufgefordert, für größtmögliche "Rechtssicherheit" auch in solchen Situationen zu sorgen.

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    • Naja, der Nicht-Aufschreiber hat hier doch einen klaren Regelverstoß begangen, da ist schon die Frage ob eine Regelung, die ihn bestraft nicht sachgerecht ist.

      Ich meine mich zu erinnern, dass bis vor einiger Zeit im englischen Scrabble die Regel galt, dass bei vergessener oder unzureichender Widmung, im weiteren Verlauf des Spiels derjenige der es bemerkt hat den Blanko widmen durfte wie er wollte. Also zB aus einem E?ENING ein weiteres E machen, wenn er zum Beispiel damit dann selbst einen Blanko legen konnte. Diese Regel wurde zu recht als zu weit gehend empfunden und nun lautet Regel 3.8.c:

      If the identity of an improperly declared blank is disputed, the player on move may
      redesignate it. All words formed by the redesignation are taken as words played in
      that player's next turn, and may therefore be challenged.

      Immer noch recht krass, vor allem wenn sogar derjenige der das Versäumnis begangen hat den Blanko umdeklarieren darf, aber so liegt eben das Risiko bei jedem, dass er darauf achtet, dass der Blanko designiert ist...
    • Hm... nach Deinen Schilderungen bleibt es ja zumindest dabei, dass der Buchstabe nicht ordnungsgemäß aufgeschrieben wurde. Das eigene Ergebnisprotokoll wurde ja aus gutem Grund nicht mehr als taugliches "Beweismittel" gesehen, da dort die Spieler ja alles Mögliche notieren können, und oft genug die Spieler ja auch darauf achten, dass es für den Gegner nicht einsehbar ist, etwa weil sie dort Informationen aus dem eigenen Bänkchen notieren.
      Ich denke daher, dass der Fall grds. mit dem Fall zu vergleichen ist, dass jemand einen Buchstabendreher produziert...hier wird von den meisten ja mittlerweile anerkannt, dass die konsequente Regelanwendung es eben nicht gebietet den Gegner darauf aufmerksam zu machen (so er es denn überhaupt wahrnimmt).
      Der Fairplaygedanke hat ja immer zwei Seiten: Wenn Dein Gegner RUFE verstanden hat, und Du ihm nicht die Möglichkeit gegeben hast, den Regeln entsprechend Notiz davon zu nehmen, warum soll er sein Wort dann zurücknehmen müssen?

      Aber lasst uns lieber abstrakt den Fall betrachten, so wie es Ulla initiiert hat, denn letztlich ist es doch egal wer jetzt Spieler A und wer Spieler B war, wenn man aus diesen Fällen die richtigen Schlüsse zieht und evtl dadurch zielführende Regeländerungen mit auf den Weg bringt.


      Ich stimme in jedem Fall mit Dir darin überein, dass wir auf den Ergebniskarten Möglichkeiten geben den Buchstaben zu deklarieren, und bitte auch verpflichtend, ich finde das wird doch sehr nachlässig gemacht. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Die Ergebniskarten in Amerika und England haben oft keine Felder zur Widmung der Blankos, sondern alle 26 Buchstaben sind hier in 2 Reihen am Rand vorgedruckt, und man muss den Blanko umkreisen, der Vorteil dieser Methode, ist dass so handschriftliche Unklarheiten ausgeschlossen sind.
      Überdies wäre auch gut, wenn man auf den Ergebniskarten auch die Möglichkeit bereitstellt die anzuzweifelnden Wörter zu notieren. Hierdurch wird zum einen klar welche/wieviele Wörter angezweifelt werden (auch diese Streitfrage hatten wir einmal), zum anderen wird eine zusätzliche Kontrolle zur Vermeidung von Fällen wie dem obigen sichergestellt (da hier zumindest schon am TIsch aufgefallen wäre, dass eine Diskrepanz zwischen den beiden Spielern gibt in Bezug auf die Deklarierung des Blankos.

      Ich unterstütze auch Deine Forderung nach einer klaren Fehlerfolge, Beispiele aus dem anglo-amerikanischem Raum habe ich oben schon beschrieben. Unbestritten ist sicherlich das Recht von Spieler B auf den Gegner hinzuwirken den Blanko zu deklarieren, aber da das Versäumnis ja Spieler A gemacht hat, kann es ja auch nicht seine Pflicht sein. Problematisch ist übrigens dieses hinwirken auf die Blankodeklaration wenn Spieler A schon nachgezogen hat, wenn Spieler B das Versehen aufgefallen ist, da Spieler A nicht die Möglichkeit bekommen sollte Profit dadurch zu schlagen, dass er den Buchstaben nicht deklariert hat (etwa dadurch, dass er nun genau weiss welchen Buchstaben er nun hat.

      In jedem Fall bedaure ich sehr, dass hier nicht der Schiedsrichter gerufen wurde. Dafür ist er da, und im Gegensatz zu vielen anderen Turnieren ist er bei der DM auch nicht ins eigene Spiel vertieft, so dass man ihn noch nicht mal stört, und so Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg räumt, ich denke wir sind oft zu zaghaft dabei den Schiri zu rufen, und dann werden oft Fehler gemacht, oder es entsteht Streit der nicht notwendig ist. Ich muss aber auch sagen... jede Schiedsrichterentscheidung wäre hier zu diskutieren gewesen, da die TSO eben keine Fehlerfolgenregelung vorsieht.
    • In der Tat ist das Hauptproblem, dass es für viele noch eine lästige Pflicht zu sein scheint, die Eintragung vorzunehmen und dass das Bewusstsein, dass dies Teil des Spielzugs ist und VOR dem Drücken der Uhr zu erledigen ist, noch nicht sehr weit verbreitet ist.

      Das spricht uns aber nicht davon frei, eine Regelung suchen zu müssen. Die von Ben genannte klingt schon nicht schlecht.
      Ich finde es auch gut, wenn der Gegenspieler ebenso ein Risiko trägt, wenn er nicht auf korrekten Ablauf achtet.
    • Dank für die positive Aufnahme der Gedanken zur Verbesserung der momentanen , dann oft heiklen Situationen. Ich habe inzwischen Zeit gefunden, in den "international geläufigen Regelwerken" nachzuschauen (sie haben uns damals entscheidend oft beeinflusst bei der Formulierung der eigenen TSO. Schon die Änderung der TSO zu diesem Punkt (§ 3.7) zeigte, dass Nachholbedarf vorhanden ist. In Kürze:

      WESPA Srabble Tournament Rules V2 (neueste Version; gültig ab 2014)

      3.8 Declaring a Blank
      (a) Blanks must be declared in writing on a neutral sheet of paper. Neither oral declarations nor players' records on their personal score sheets are determinative.
      (b) A player who plays a blank must declare it before completing the turn. The opponent must ensure that the blank is properly declared, neutralising the timer if necessary.
      (c) If the identity of an improperly declared blank is disputed, the player on move may redesignate it. All words formed by the redesignation are taken as words played in that player's next turn, and may therefore be challenged.
      (d) If a blank is properly declared and its identity is nonetheless disputed, the Tournament Director may permit a move based on a misapprehension of the blank's identity to be replayed.

      Diese Regeln sind unmißverständlich. Sie schreiben zunächst vor, dass (auch) der Gegenspieler seine Verpflichtung hat. Er muß die Uhr neutralisieren, wenn der Blanko noch nicht "properly declared" ist. Mit unserem Verfahren dazu hiesse das: Er muß darauf bestehen, dass der Blanko eindeutig auf der Ereigniskarte notiert ist, bevor die Uhr wieder gestartet wird und er am Zug ist. Mein Vorschlag war ähnlich.,allerdings war ich der Überzeugung, die Uhr des Spielers, der die Eintragung versäumt hat, sollte wieder gestartet werden.

      Der Paragraf c) bezieht sich auf das von Ben weiter oben bereits angegebene (erinnerte) Verfahren, das er kennengelernt hat. Voraussetzung ist, das der Blanko "improperly declared" ist und dieses "disputed" ('bestritten' oder 'angefochten') wird. Dann kann der Spieler am Zug diesen Blanko abändern. Da dann alle Wörter gezählt und gewertet werden, können auch alle Wärter angezweifelt werden. Daher ist das von Ben angeführte Beispiel ein wenig irreführend, denn das "unsinnige" Wort E[E]ENING wird wohl nicht auf dem Brett bleiben ... :)

      Ich halte dieses Verfahren aus mehreren Gründen für fragwürdig. Krasses Beispiel: Mit dem Blanko als S wurde MYXÖDEMS gelegt, aber nicht auf der Ereigniskarte notierte. Der Gegenspieler deklariert den Blanko um zu E. Nun kann er (a) geschickt zu MIXÖDEMES verlängern, er kann aber auch (b) das winzige Wort S[E]N quer dazu legen und bekommt dennoch die volle Punktzahl des Wortes MYXÖDEM[E] angerechnet, denn dieses Wort ist durch "redesignation" im Sinne der Regel NEU. Zu seinen mickrigen 2 Pünktchen also stolze 34 Punkte dazu.

      Andere Regelwerke zeigen uns, wie wichtig (aber auch heikel) diese Situation gesehen wird:

      Scrabble Association, Singapore (zur WM-Ausschreibung)

      7. Blank tiles: Blank tiles may be nominated as any letter. The player must state what letter each blank represents after which that blank will represent the specified letter for the duration of the game (unless successfully challenged off). Both players must note on their score sheets the letter the blanks represent and ensure that these records are in agreement before play proceeds further.

      Hier erscheint wichtig die Verpflichtung beider Spieler, ihre Übereinstimmung bevor das Spiel fortgesetzt wird.

      NSA Official Tournament Rules (USA)

      J. Playing the Blank

      1. Designating the Blank

      When playing a blank tile, you must state what letter it represents, print or circle that letter on a separate piece of paper, and show this paper to your opponent, all before ending your turn. If you neglect any of these actions, your opponent may neutralize the clock until you comply.

      You may change a blank tile's designation during your turn, but once your turn has ended the designation cannot be changed for the rest of the game.

      Hier das von Ben vorgeschlagene Verfahren: Alle Buchstaben sind bereits vorgedruckt, der entsprechende wird deutlich gekennzeichnet. Erneut wird der Gegenspieler aufgefordert, die Uhr anzuhalten und darauf zu bestehen, dass zunächst die eindeutige "Klärung" des Blankos notiert ist.

      THE AUSTRALIAN SCRABBLE PLAYERS ASSOCIATION (ASPA) RULES OF TOURNAMENT PLAY

      PLAYING A BLANK

      7.1 When you play a blank tile you must show both sides of the blank tile and state what letter the blank represents. Both players should record on their score sheets the letter which the blank represents.

      Das klingt wie der Vorläufer unserer Regeln, bei dem beide Spieler die Bedeutung des Blankos notierten.

      Davon ist man durch den Eintrag auf der Ereigniskarte abgekommen, hat dabei bisher in Kauf genommen, dass es von Seiten des Gegenspielers keine "Dokumentation" gibt, die auch ihn festlegt.

      Die Abfolge: "Blanko ist auf der Karte (noch) nicht notiert, ich habe etwas gehört und mache nun einen (raschen) Zug ohne Klärung unter Verwendung des Wortes mit dem Blanko. Das sich neu ergebende Wort wird angezweifelt, ist mit dem Buchstaben des Blankospielers ungültig, mit dem "gehörten und damit angenommenen" anderen Buchstaben aber gültig ... ist eine fatale Situation. Aus der Sicht eines Schiedsrichters ist die Auslegung: "Der vorangegangene Zug ist noch nicht abgeschlossen" durchaus denkbar. Demnach muß das Versäumte nachgeholt werden. Erst dann ist der Gegenspieler am Zug.

      Eine mögliche (Zusatz-)Formulierung für TSO 3.7:


      b) Der Buchstabe, für den der Blanko steht, wird für den Gegenspieler sichtbar auf der Ergebnismeldekarte notiert, bevor die Uhr gedrückt wird. Ist dieses nicht erfolgt, startet der Gegenspieler die Uhr erneut für seinen Kontrahenten und dieser holt den versäumten Eintrag nach.

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    • Ich verstehe es etwas anders. Die "Redesignation" macht das Wort mit dem Blanko zu einem anzweifelbaren Wort (sinnvoll, damit nicht völlige Unsinnswörter entstehen), aber punktemäßig zählt dieses Wort nur dann, wenn es nach normalen Regeln auch zählt (alles andere wäre aus meiner Sicht völliger Unfug).

      Ben hatte ja darauf hingeweisen, dass die Regel eben dahingehend verändert wurde, dass die Unsinnswortbildung nicht mehr möglich ist.

      Ich halte es auch für sinnvoll, dass die Uhr des Spielers wieder in gang gesetzt wird, damit er sein Versäumnis nachholen kann. Neutralisieren der Uhr sehe ich da nicht als sonderlich sinnvoll an.
    • Wie einigen bereits bekannt sein dürfte, war auch ich an der besagten Partie beteiligt, und zwar als derjenige, dem die dargestellte Situation als nicht ganz regelkonform erschien, und freilich auch als derjenige, der es versäumte als der in der konkreten Spielsituation Benachteiligte den Schiedsrichter anzurufen.
      An sich hatte ich Ullas Darstellung der Situation für ausreichend gehalten, um auf den Missstand hinsichtlich der fehlenden Regelung hinzuweisen, aber nachdem nun Friedrich seine Sicht der Dinge dargestellt hat, möchte ich auch ein paar wenige Bemerkungen dazu machen:

      • Zunächst einmal plädiere auch ich für eine einheitliche Regelung, wobei es mir am sinnvollsten erscheint, dass der Spieler, der den Blanko benutzt, ihn auch auf der Scorecard definieren muss. Tut er dies nicht, so kann der andere Spieler den Blanko "umdefinieren". jedes Wort, das sich aus dieser "Umdefinition" ergibt, kann aber angezweifelt werden - dies verhindert, dass der Blanko vollkommen frei genutzt werden kann. Das Risiko, dass der Gegenspieler möglicherweise trotzdem den Zug "ausnutzt", wie im von Friedrich angeführten unwahrscheinlichen Beispiel (der vielleicht doch nicht so "geschickten" Verlängerung zu MYXÖDEMES*), muss derjenige, der den Blanko spielt, eben tragen - durch die unumständliche Eintragung auf der Ergebniskarte kann man dem ja leicht vorbeugen. Wie bei Buchstabendrehern sollte eben gelten, dass jeder für seine eigenen Züge selbst verantwortlich ist.


      • Zur Situation im Spiel selbst: Spielt derjenige, der den Blanko ablegt, einfach nur den Regeln entsprechend, so trägt er diesem ja vor dem Drücken der Uhr auf der Scorecard ein - wäre dies in unserem Spiel geschehen, hätte sich jede Diskussion erübrigt. Die im Flüsterton erfolgte Mitteilung, um welchen Buchstaben es sich beim Blanko handeln sollte, kam bei mir leider nicht mit dem beabsichtigten Inhalt an. Ich denke aber nicht, dass dies ein Problem der Aussprache war, sondern eben ein Problem der Eintragung auf der Scorecard - inbesondere in einem Fall wie dem beschriebenen, wo der Blanko mehrere verschiedene Buchstaben darstellen kann, und wo die gebildeten Wörter dementsprechend verschiedene Verlängerungsmöglichkeiten haben (oder eben auch nicht), zeigt sich, warum gerade nicht das Sagen des Wortes ausreichend ist. In einer Spielsituation wie der unseren könnte der derjenige, der den Blanko nicht vermerkt, aus diesem eigenen Fehler auch noch einen Vorteil ziehen - zumindest denkbar ist es ja, sich in dieser Situation absichtlich undeutlich auszudrücken, um den Gegner zu einem fehlerhaften Zug zu verleiten.


      • Natürlich war und ist mir bekannt, dass es das Wort RÜFER* nicht gibt; erst als wir am Checker standen, wurde mir klar, dass mein Gegner den Blanko als Ü und nicht als U "gedacht", wohl auch undeutlich geäußert und auch am unteren Ende seines eigenen Scoresheets vermerkt hatte, was mir freilich entgangen war (nicht umsonst hat ja das eigene Scoresheet keine "Beweisfunktion").


      • Natürlich hätte ich - und hier liegt mein großes Versäumnis - den Schiedsrichter rufen müssen. Ausreichend Grund hätte ich ja nach der fehlenden Eintragung des Blankos allemal gehabt, selbst wenn die Regellage zur Spielsituation noch unklar ist. Glücklicherweise handelte es sich nicht um ein besonders knappes Spiel, in dem es noch um den Sieg ging. Aber auch der Differenzpunkteunterschied von ca. 30 Punkten kann ja für die Platzierung im Turnier durchaus entscheidend sein..



      Im Endeffekt war es eine für mich ärgerliche Situation, da sie ohne stichhaltige Rechtfertigung zu meinen Ungunsten ausging, und wenn man sich die englischen Regelwerke anschaut, zumindest nach manchen Spielordnungen anders entschieden worden wäre. Sollte sie aber, und da sind sich ja alle Beteiligten einig, zu einer Regeländerung führen, dann kann ich dem Ganzen sicher mehr Gutes als Schlechtes abgewinnen :)
    • @Timon: Deine Versäumnisse liegen wesentlich auch darin

      - den Gegenspieler nicht auf die Unvollständigkeit seine Zuges hingewiesen zu haben.
      (Mit der Logik, dass nur das an richtiger Stelle Notierte Bedeutung hat, konntest du ja noch gar kein Wissen darüber haben, welchen Buchstaben der Blanko darstellt)

      - am Checker die Prüfung eines Wortes zugelassen zu haben, dass du gar nicht gelegt zu haben glaubtest.
      (Üblich ist ja, dass einer tippt, der andere bestätigt, dass das angezweifelte Wort ist - und dann erst ENTER gedrückt wird. So klingt es auch in Friedrichs Schilderung.) Deine Zustimmung zur Prüfung von RÜFER kann man als - ich hoffe, ich benutze die juristischen Begriffe korrekt - "konkludentes Handeln" auffassen und damit als Bestätigung dafür, dass beiderseits das Verständnis "Blanko = Ü" vorlag.

      Ob der in der Tat ungeklärten Regellage (darf man als "Versäumnis des TSO-Ausschusses" werten), wäre der SR in eine extrem schwierige Situation gekommen.

      Einig sind wir uns, dass das Ergebnis "Verbesserung des Regelwerks" in diesem Punkt die hoffentlich positive Foige des Ganzen ist.
      Egal, wie die Regelung am Ende genau aussieht, bleibt zudem zu hoffen, dass alle fair genug sind, nicht gezielt durch Unterlassen der Notierung oder aber Unterlassen des Hinweises auf deren Fehlen einen Vorteil herauszuholen.
    • @ Vektor: Versäumnis Nr. 1 lässt sich hören. Trotzdem ist es ja zunächst einmal die Pflicht des Spielers, der den Blanko spielt, diesen auch zu notieren, und dann sekundär meine Pflicht, dies (natürlich auch in meinem eigenen Interesse) zu kontrollieren.

      Hinsichtlich Versäumnis Nr. 2 gebe ich zu Bedenken, dass Friedrich, und nicht ich, der das Wort gelegt hatte, es beim Checker eingab. MIr wurde also erst in dem Moment, in dem der Checker es für ungültig befand, bewusst, dass der Blanko ein Ü sein sollte. Eine konkludente Zustimmung würde ich nur dann sehen, wenn ich das Wort selbst in den Checker eingegeben hätte - und sofort nach der für mich unerwarteten Prüfung von RÜFER* (ich war davon ausgegangen, dass Friedrich RUFER anzweifeln wollte) meldete ich ja meine Bedenken (bei Friedrich, und nicht dem Schiedsrichter, hier der Fehler) an.
    • Es ist ja üblicherweise so (bedarf vielleicht auch einer Formulierung in der TSO), dass derjenige, der das Wort eingibt, zunächst das OK vom anderen einholt, ehe er entert. Genauso klingt Friedrichs Beschreibung ("... zeigte ihm ...").
      Und dann ist ein OK deinerseits gleichbedeutend mit dem Selbst-Eintippen.

      Dummerweise ist natürlich genau das wieder ein Akt, der nicht im Nachhinein beweisbar/überprüfbar ist.
    • Das ganze setzt ja gewissermaßen voraus, dass ich mit Wissen und Wollen das Wort gelegt haben sollte. Warum sonst würde ich auf einmal beim Checker einen Zug als meinen akzeptieren, den es offensichtlich nicht gibt und der für mich keinen Sinn macht zu legen (ich ging ja schließlich von einem U aus)? Das Kontrollieren eines Wortes am Checker ist eine Sache von Sekunden, und wenn Friedrich das Wort eingibt und umgehend checkt (von einem Zeigen kann beim Sehen des Ergebnisses die Rede sein, aber nicht bei der Eingabe), dann müsste ich ja sogleich durchschauen (bevor das Wort gecheckt wird), dass er den Blank als anderen Buchstaben gedacht hat als ich (der ich davon ausging, dass Friedrich RUFER anzweifeln würde). Darüber hinaus müsste ja auch Friedrich klar gewesen sein, dass ich nicht RÜFER legte, sondern dass es sich um ein Missverständnis handelt, an dessen Beginn das Nicht-Notieren des Blankos stand...

      Das Akzeptieren eines Wortes geschieht durch das Aufschreiben des Punktwertes, aber wie wir gelernt haben, kann man ein Wort ja eigentlich nur akzeptieren, wenn der im Wort befindliche Blanko definiert und aufgeschrieben ist, da andernfalls der Zug nicht vollständig ist. Ich halte es daher für zumindest sehr fragwürdig, mir ein konkludentes Akzpetieren eines technisch nicht akzeptierbaren Wortes im Rahmen eines im Ablauf nicht nachweisbaren und wenige Sekunden andauernden Checkens beim Schiedsrichter zu unterstellen.
    • Es ist sicher nicht Ziel dieses Threads, einen "Schuldigen" in der konkreten Situation zu finden. Ich gehe auch von einem Missverständnis aus, wobei ich es durchaus verwunderlich finde, dass dies trotz einiger "Aktionen" nicht früher aufgefallen ist.

      Wenn es so ist, wie Timon schildert, ist am Checker wieder etwas gründlich schiefgegangen (auch wenn der TSO-Text da leider nicht deutlich ist). Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass der Nicht-Tipper am Checker erst bestätigt, dass das zu prüfende Wort richtig eingegeben wurde und erst dann "Enter" gedrückt wird.

      Leider fällt mir (solange wir keine Fingerabdrücke erfassen ;) ) spontan nichts ein, wie man diese beiderseitige Zustimmung überprüfbar machen will - und nur mit dieser liegt natürlich das konkludente Handeln vor.

      (Dass jemand wissen muss, dass sein Gegenüber RÜFE nicht zu RÜFER verlängert, sehe ich nicht. Da habe ich schon merkwürdigere Versuche erlebt ;) )
    • Ich schließe mich bezüglich des Zieles dieses Threads Vektor an. Allerdings kann ich ihn gleichzeitig beruhigen: Am Checker ging nichts "gründlich Schief", aber man kann auch hier in der TSO etwas verbessern.

      Mir gefällt an der jeweiligen Auslegung (noch) nicht, dass das von einem Spieler sorgfältig geführte Protokoll bereits zweimal als nicht mehr taugliches "Beweismittel" gesehen wird. Einerseits ist z.B. das Notieren der Punkte auf diesem Protokoll ausdrücklich "Beweismittel", wenn es um Fragen des Abschlusses eines Zuges geht; deshalb ist es in der TSO gefordert; auf das Aufschreiben des Wortes hat man (verpflichtend) verzichtet. Dennoch führen einige Spieler (unter anderem ich) sensibel Protokoll mit jedem Wort und jeder Berechnung. Wir tragen auch Wort sowie - bei Blanko - dessen Angaben in das Protokoll ein. Genau dieses hatte ich bei obigem Spiel gemacht und - nach Rückkehr vom Checker - ohne irgendetwas zu ändern - Timon gezeigt. Es gar nicht mehr in Betracht zu ziehen (also auch nicht sekundär) grenzt schon an den Vorwurf, es zu manipulieren. Auch einem Schiedsrichter gegenüber sollte man zumindest auf so etwas hinweisen dürfen. In den oben angeführten Regelwerken anderer Scrabble-Verbände wird entweder von einem Protokoll ausgegangen, dass beide führen (so war es vor Änderung der TSO hin zum Eintragen auf der Ereigniskarte auch bei uns; unsere Protokolle verfügen daher auch alle über diese besonderen Felder für den Blanko, oder es ist von einem separaten Papier die Rede (von dessen weiterem Schicksal aber nicht); Sinn ist es wohl, das Eindeutigkeit bei beiden Spielern sichergestellt wird. Ich führe das Protokoll aus Gewohnheit wie eine Vielzahl derjenigen, die ebenfalls ein vollständiges Protokoll führen. Ich möchte über den zusätzlichen "Nutzen" - auch für den Gegenspieler - hier nicht langatmig berichten. Nur soviel: Bei 3 Partien ist erst durch das Rückverfolgen des Protokolls endgültige Klärung erfolgt. Dabei eine meiner spannensten und sicher auch für andere bemerkenswerten Partie mit Aysel in der letzten Runde. Wie sahen uns beide als Sieger mit jeweils hauchdünnem Vorsprung (1 Punkt!) und erst die Klärung aller Züge und Punktwertungen führte zu einem Unentschieden mit 474 : 474 Punkten ... ^^ : ^^
      Es sei - nebenbei - erwähnt, dass der erste Blanko in unserem Spiel, von Timon gelegt, seinen schriftlichen "Niederschlag" ebenfalls nur einmal, nämlich in meinem Protokoll fand.

      Die Schilderung von Timon den Checker betreffend bedarf einer Korrektur. Ich habe zunächst "Einspruch" eingelegt und noch am Spieltisch von den beiden dafür infrage kommenden Worten (RÜFER und RUS) deutlich RÜFER als das Wort bezeichnet (auch hier möglicherweise wieder zu leise? Wurde auch hier RUFER verstanden? Zweifelt man RUFER an? Wie Vektor schon schreibt, ist natürlich auch das möglich.) Dann habe ich am Checker das Wort RÜFER eingegeben und es anschließend von Timon kontrollieren lassen (wie von jedem anderen Mitspieler auch, wenn wir ein Wort anzweifeln und ich es eingebe. Gibt es der andere ein, dann überzeuge ich mich von der Schreibweise). Er hat das eingegebene Wort gesehen und keine Änderung gefordert. Das Vorgehen also genauso wie Vektor es oben beschreibt.

      Nach Betätigen der "ENTER-Taste" wurde es als ungültig angezeigt. Nun sagte er mir, er sei von RUFE/RUFER ausgegangen, ich war erstaunt und erwiderte, dass ich doch immer RÜFE/RÜFER genannt (und im Protokoll aufgeschrieben) hatte. Dann fragte er: "Und - hast Du es auf die Ergebniskarte geschrieben?" Siehe oben - NEIN - ich war der "Übeltäter" (Regelverstosser) ... :(
      Und das sind die "Bedenken", die Timon oben erwähnt.

      An dieser Stelle möchte ich auf die augenblicklich "heikle" Lage hinweisen. Ein Spieler legt - ähnlich dieser Situation - das Wort R[Ä]FE, hat den Blanko nicht auf die Ergebniskarte geschrieben, aber die Uhr gedrückt. Daraufhin sagt sein Gegenspieler: "Ich zweifle das Wort an", hält die Uhr an und beide gehen zum Checker. Nun tippt der Anzweifelnde das Wort "REFE" ein, von dem wir wissen, dass es ungültig ist. Mit der augenblicklichen "Beweislage" durch ausschließliches "Fehlen des Eintrags auf der Ereigniskarte" wird der Spieler seinen Zug zurücknehmen müssen, auch wenn er beteuert, den Buchstaben "Ä" angegeben zu haben. Ist das tatsächlich Sinn der Regelung? Wenn ich ihre "Entstehung" richtig verstanden habe, ergab sich die Notwendigkeit aus dem Umstand, dass keine Wörter mehr aufgeschrieben werden, sondern nur noch die Punktzahl.

      In diesem Zusammenhang wiederhole ich den Vorschlag: Die Ereigniskarte enthält mindestens die beiden dafür vorgesehenen Felder; ich finde allerdings Bens Vorschlag: "Zweimal alle 29 Buchstaben und EInkreisen oder Ankreuzen" ist die beste Lösung. Die Rückseite der Karte ist momentan noch völlig frei. Da mir gesagt wurde, dass bereits weitere 30 000 gedruckt sind, sollte man sie auf der Rückseite vielleicht so bedrucken lassen. Bei den WW-Open verspreche ich, die bisherigen daheim zu bedrucken und es dort auszuprobieren.

      Zudem erscheint mir zwingend erforderlich, dass wir den Gegenspieler "aktiv" mit einbeziehen. Entweder der Zug ist noch nicht vollständig - und wie an anderen Stellen der TSO auch (z.B. Aufschreiben der Punktzahl) - muß der Gegenspieler darauf bestehen, dass erst der Blanko auf der Ergebniskarte notiert wird und dann erst die Uhr gestartet werden darf. Er startet, wie oben bereits einmal vorgeschlagen, die Uhr für den Spieler erneut, der trägt die Bedeutung des Blankos ein und dann erst ist der Gegenspieler am Zug. Nun hat er z.B. das Beweismittel, sollte es ein ungültiges Wort sein. In meinem Beispiel wäre also eine Blankobedeutung "E" Anlass für den Gegenspieler, Zweifel berechtigt anzumelden.
    • Eine denkbare Haltung des Schiris wäre - unter Beachtung der von Friedrich erwähnten Dokumentation auf dem eigenen Ergebniszette - gewesen: Der Wille des Blanko-Legers ist nachvollziehbar, also ist der Blanko ein Ü. Der falsche Zug kann den Gegenspieler aber nicht zum "Vorwurf" gemacht werden, weil ihm die Bedeutung des Blankos nicht ordnungsgemäß übermittelt wurde. Nach Klärung der Blankobedeutung darf der Gegenspieler erneut legen.

      Eine neue Regelung in der TSO muss auch darauf achten, dass es nicht dazu führt, dass man hofft, dass der Gegenspieler einen technischen Fehler macht, um davon zu profitieren.
      Der TSO-Ausschuss wird sich einige Gedanken machen müssen ...

      Noch eine Ergänzung: Das Fehlen der entsprechenden Felder auf der Karte hat bislang in keinem mir bekannten Fall zu einem Problem geführt. Es hat noch jeder Aufschreibwillige ein Plätzchen gefunden ...