TSO 2.3 Starten der Uhr

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    • TSO 2.3 Starten der Uhr

      Bei der DM ist es mir wieder deutlich aufgefallen:
      Es hat sich die Praxis eingebürgert, die Uhr zu drücken, wenn der Gegenspieler seine 7 Steine umgedreht vor sich auf den Tisch gelegt hat und anfängt, sie umzudrehen. Die TSO sagt aber ganz klar, dass die Uhr in Gang gesetzt wird, sobald der Anziehende EINEN Stein aus dem Säckchen gezogen hat, d.h. sobald die Hand das erste Mal aus dem Sack kommt!
      (Nur damit keine Klagen kommen, wenn ich in Zukunft die Uhr früher in Gang setze ;) )
    • Ich bestätige Ullas Beobachtung. Auffallen ist zudem, dass inzwischen mehr und mehr Spieler aus diesem Grunde versuchen (meistens mit Erfolg) alle 7 Steine gleichzeitig aus dem Sack zu ziehen; versierte Gegenspieler drücken in diesem Moment die Uhr.

      Zu bedenken gebe ich (nicht als Änderung der TSO gedacht!), dass wir Spielpartner haben, die einzelne Steine ziehen und verdeckt vor sich hinlegen, die Anzahl nach dem Ziehen der 7 Buchstaben noch einmal kontrollieren und dann erst beginnen, sie auf die Bank zu legen (und damit erstmalig sehen, was sie gezogen haben). Natürlich kann man nach TSO mit dem Erscheinen der Hand über dem Sack, der einen (den ersten) Buchstaben enthält, die Uhr starten.

      Aber: Man muß nicht! Die TSO erzwingt es ja nicht. So wie sie auch nichts darüber aussagt, wenn die Uhr nicht gestartet wird.


      Kennt man also dieses Verhalten (nur beim 1. Ziehen spielt es eine Rolle), dann kann man auch später drücken. Der Spielpartner sieht dann seine Zeit erst laufen, wenn er seine Spielsteine anschaut. Wichtig bleibt - und das will Ulla wohl auch sagen - dass es kein "Anrecht" darauf gibt, dass die Uhr erst gestartet wird, wenn der erste Buchstaben für den Spieler sichtbar auf der Bank liegt.


      Das schnelle Drücken der Uhr bietet dem Auslösenden keinen Zeitvorteil (er gewinnt für sich zunächst nichts), aber den "langsamen" Spieler setzt es etwas mehr unter Zeitdruck. Das kann natürlich bei engen Spielen und möglichem Überziehen der Zeit auch mal einen Spielgewinn statt eines Verlustes bedeuten. Möge es also weiterhin jeder so halten, wie er es für richtig hält. Die TSO bedarf m.E. keiner Änderung.
    • Üblicherweise wird das Steineziehen - im Laufe des Spiels - durchgeführt, wenn die eigene Zeit nicht läuft. Dazu passt die von Ulla beschriebene Praxis.
      Würde man die TSO aber so ändern, dass tatsächlich erst gestartet würde, wenn Stein 7 aus dem Säckchen kommt, so könnte man in aller Gemütsruhe Stein für Stein herausholen und mit den ersten 6 Steinen schonmal kräftig denken, bevor die Uhr läuft.
      Auch lassen sich TSO-mäßig aufgedeckte und verborgen liegende Steine nicht sinnvoll unterscheiden, da man beim Herausziehen ja etwas gesehen haben kann.

      Insofern halte ich die beschriebene Praxis (also drücken erst, wenn der Gegenspieler mit seinen Staben "arbeitet") durchaus für sinnvoll, weil sie auch das sequentielle Ziehen nicht benachteiligt und somit sicher das ein oder andere Überziehen vermeidet.

      Richtig ist aber, dass sich niemand beschweren kann, wenn der Gegner TSO-gemäß schon früher drückt - (man kann es sich nur für die nächste Partie merken - und das ist nicht böse gemeint).
    • Noch folgenden Gedanken: Im Verlauf des Spiels darf nur der Spieler Steine ziehen, der an der Reihe ist und DESSEN UHR LÄUFT. Weshalb sollte das zu Beginn des Spieles anders sein?
      Im Grunde müsste bei Spielbeginn als "Startschuss" die Uhr sogar VOR dem Ziehen in Gang gesetzt werden. Der Startspieler hat ja statistisch gesehen eh einen Vorteil, wieso sollte er also noch Zeit geschenkt bekommen?

      Der Punkt 3.5 der TSO: "Vorrecht des Spielers am Zug" müsste meiner Meinung nach ergänzt werden:
      a) ZIEHEN DER STEINEN, Legen und Ausrichten von Steinen auf dem Spielbrett
    • Ich versteh nicht, Ulla. Im Spiel drücke ich doch die Uhr - und ziehe erst DANN nach, also wenn des Gegners Uhr läuft (einzige Ausnahme: der Gegner ist so fix, dass er seinen Zug schneller beendet hat, als ich das Nachziehen). Und dann muss "chronologisch" nachgezogen werden.
      Mit "Vorrecht des Spielers am Zug" hat dies nichts zu tun.
    • Zitat von Ulla (# 4): "Im Verlauf des Spiels darf nur der Spieler Steine ziehen, der an der Reihe ist und DESSEN UHR LÄUFT."

      Ich glaube, hier hast Du Dich einfach vertan. Steine werden in der Regel nachgezogen, wenn die Uhr des Gegenspielers läuft (sie muß sogar laufen, denn erst dann kann dieser einen Vorbehalt anmelden und am Nachziehen hindern.)

      Ausnahme ist der ERSTE Zug. Um den geht es wohl auch in diesem Strang, genauer - wann wird die Uhr gestartet. Unser Regelwerk gibt eindeutig und unmißverständlich den Zeitpunkt an, an dem sie FRÜHESTENS gestartet werden kann. Und das ist gut so - es bedarf auch keiner Änderung, denn bisher hat sich wohl niemand beschwert: "Du hast zu früh gestartet, ich habe meine Steine ja noch nicht anschauen können" - oder? Wenn JA, dann reicht der Hinweis auf die TSO. Auch jeder hinzugezogene Schiedsrichter wird so entscheiden.

      Weitere Ausnahmen - siehe oben stehenden Beitrag von Vektor.

      Wenn nun jemand Steinchen für Steinchen aus dem Sack zieht, sich anschaut, auf sein Bänkchen legt und damit erste Kombinationen (im Geiste) beginnt, dann ist sein Gegenspieler wohlberaten, möglichst bald und schnell die Uhr zu starten. Ausnutzen lassen sollte man "Good will" nicht.

      Die oben beschriebenen Fälle (erst alle Buchstaben verdeckt zur Kontrolle der richtigen Anzahl, dann Aufdecken des ersten Buchstaben etc.) bleiben - das ist mir wichtig - im Ermessensspielraum des Gegenspielers. Ich wiederhole: Er kann, muß aber die Uhr nicht sofort drücken.

      Lassen wir den Spielern einen gewissen "Spielraum" und versuchen wir nicht (die EU läßt grüßen) nicht nur, jeden Schritt zu reglementieren, sondern dann auch noch "MUSS-" statt "KANN-Vorschriften" daraus zu machen. Dabei muß der jeweilige Text der TSO nicht das "KANN" ausdrücklich betonen. Ein Hauptsatz wie "...erst dann wird die Uhr gedrückt." reicht.
    • elise, Du hast Recht, das war ein Denkfehler! Natürlich ziehe ich wenn mein Zug abgeschlossen und der Gegener an der Reihe ist.
      Von da her macht das spätere Uhrdrücken beim Start des Spiels sogar mehr Sinn als gedacht.

      (Übrigens hatte ich hier keine Änderung der TSO im Sinn, ich wollte wirklich nur auf einen Sachverhalt hinweisen.)